Presserat moniert Artikel im "Klartext" (aus der Hersfelder Zeitung vom 18. November 2009)

Bad Hersfeld. Der Deutsche Presserat, die oberste Ethik-Kommission der Verlage und Journalistenverbände, hat das Anzeigenblatt "Klartext" wegen Diskriminierung der Sinti und Roma öffentlich kritisiert. Der Presserat bestätigt damit die Position des Verbands Deutscher Sinti und Roma, der Beschwerde gegen einen Klartext-Beitrag vom 25. Juli dieses Jahres eingelegt hatte und zudem Anzeige wegen Volksverhetzung gestellt hatte.

Sinti und Roma diskreditiert

In dem Artikel würden Sinti und Roma diskreditiert und Jahrhunderte alte Vorurteile befördert und bestätigt, kritisierte der Landesvorsitzende Adam Strauß. Wegen des diskriminierenden Sachverhalts im "Klartext" wird nunmehr das Anzeigenblatt vom Presserat aufgefordert, der Beschwerde "auf dort geeignet erscheinende Weise abzuhelfen."
Eine Rüge kann der Presserat in diesem Fall nicht wie sonst üblich aussprechen, weil Anzeigenblätter nicht den strengen ethischen und publizistischen Grundsätzen von Tageszeitungen unterliegen. Der Landesvorsitzende Adam Strauß fordert den Herausgeber von "Klartext", Dirk Lorey, auf, sich umgehend bei der anerkannten Minderheit der Sinti und Roma zu entschuldigen und die Kritik des Presserates auch im "Klartext" zu veröffentlichen. (kai)

Ergänzung des Landesverbandes:
Der beiliegende Presseartikel enthält einen Fehler. Der Landesverband hatte keine Anzeige wegen Volksverhetzung gestellt; das war der Bad Hersfelder Verein.